{Look @ locks} – Blaues Texelschaf

Juhu, eine Blogreihe! ♥

Hier stelle ich Schafrassen vor, deren Wolle mir unter die Finger, auf Kämme, Karden und Spulen kommt.

Den Anfang macht das Blaue Texelschaf. Es ist aus einer Kreuzung von englischen und niederländischen Rassen entstanden und wird auch heute vor allem in Holland gezüchtet. Blaue Texel sind große Fleischschafe, die auf mich einen sehr  gedrungen Eindruck machen, mit massigem Körper und kaum sichtbarem Hals. Im Gesicht und an den Beinen haben sie eine weiße Zeichnung.

Die Wolle ist gar nicht blau, sondern graubraun bis grau in vielen unterschiedlichen Schattierungen. Meine Wolle habe ich in 3 verschiedenen, vorsortierten Grautönen bei purewol bestellt. Die Wolle hat nach den Angaben dort eine Stärke von 28-35 µ.

Das Fleece besteht aus sehr schön sichtbaren, einzeln liegenden Locken, die sich gut voneinander trennen lassen. Die Fasern sind im Durchschnitt gut 10-12 cm lang, es waren aber auch kürzere Partien um die 4-5 cm dabei.

Ich habe zuerst eine kleine Probe gewaschen um zu sehen, was die Wolle alles aushält. Dafür habe ich sie einfach in heißes Wasser (so heiß, wie der Wasserhahn es hergab und meine Hände es gerade noch aushalten konnten) mit einem ordentlichen Schuss Spülmittel versenkt und eine Weile darin einweichen lassen, bis das Wasser ungefähr handwarm abgekühlt war.

Dann die ganze braune, fettige, seifige Brühe abgekippt und die Wolle in sauberem, handwarmem Wasser noch ein wenig liegen lassen. Danach habe ich sie sogar nochmal unter fließendes Wasser gehalten und ganz ausgespült. Weil ich bis dahin kein Verfilzen erkennen konnte, war ich weiter mutig und habe das Ganze in einen Kissenbezug gepackt und in der Waschmaschine 10 Minuten geschleudert.

Was soll ich sagen: Kein Verfilzen, nichts, nada! Und durch das Schleudern war die Wolle dann auch nach zwei Stunden bei Wind und Sonne auf dem Balkon trocken, sauber und perfekt fettfrei! Ich war begeistert und habe gleich den Großteil der ganzen Bestellung auf die gleiche Weise gewaschen.

Danach ging es ans Kämmen. Dafür habe ich erstmal alles stundenlang schön vorsortiert, damit alle Haarspitzen in die selbe Richtung guckten, und mich gefreut, wie wenig Nachschnitt und Dreck in der Wolle war.

Entstanden sind viele, viele kleine puschelige Minikammzüge, die sich schön handlich verspinnen lassen.

Die ersten Spinnproben direkt aus den ungewaschenen Locken waren sehr dünn, fest und kratzig, deshalb wollte ich diesmal etwas anderes probieren: Mit gaaaanz wenig Drall (niedrigste Übersetzung auf meinem Rad) habe ich Singles gesponnen, die um die 20 WPI, also in etwa Sockenwollstärke haben. Diese dann mit ein bisschen mehr Drall verzwirnt, sodass der Zwirnwinkel bei etwa 70° liegt und das fertige Garn nun eine Stärke von ca. 9 WPI (worsted) hat.

Ich bin begeistert! Das Garn ist kuscheliger als erwartet und hat einen ganz leichten, seidigen Glanz. Eine kleine Probe habe ich schon verstrickt (mit Nadelstärke 4mm) und bin ganz angetan! Die restlichen Minikammzüge werden nun genauso versponnen, dann sollte die Menge auf jeden Fall für ein Kleidungsstück reichen.

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