{Look @ locks} – Merinolandschaf

In dieser kleinen Blogreihe stelle ich Schafrassen vor, deren Wolle mir so auf Kämme, Karden und Spulen kommt.

Das Merinolandschaf ist aus Einkreuzungen spanischer Merinos mit deutschen Landschafrassen irgendwann im 18. Jahrhundert entstanden. Heute ist es eine der am meisten gehaltene deutsche Nutzschafrassen. Es ist ein Woll- und Fleischschaf, mit weißer Wolle und niedlichen Schlappohren. Die Feinheit der Wolle beträgt ca. 26-28 Mikron.

Bestellt habe ich ca. 1 kg der Wolle schon vor mittlerweile drei Jahren. Sie kam schön umweltfreundlich verpackt im Papiersack bei mir an, war relativ sauber mit wenig Einstreuresten, dafür aber mit etwas Nachschnitt. Die Locken sind im Schnitt ca. 4-5 cm lang, gerade noch genug für die Wollkämme.

Das Schäfchen hat sich eine Zeit lang gesträubt, sich von seinem Lanolin zu trennen, wohl vor allem, weil ich nicht entschlossen genug war. Meine ersten vorsichtigen Versuche mit eher kaltem bis handwarmem Wasser und Babyshampoo haben kaum Erfolg gezeigt und die Wolle war nach stundenlangem Einweichen und Trocknen immer noch fettig und verklebte mir die Kämme. Kardieren auf der Kardiermaschine ging, aber berauschend fand ich das Ergebnis nicht. Wegen des hohen Fettanteils ging das Spinnen nur sehr widerspenstig. Frustrierend und Grund genug, die Wolle erstmal wieder in ihrem Sack und auf dem Regal verschwinden zu lassen.

Nachdem ich aber im vorletzten Sommer richtig gute Ergebnisse mit dem vorsichtigen Erhitzen der Wolle in Seifenwasser und anschließendem Ausspülen gemacht habe, ist das nun auch hier das Mittel der Wahl gewesen. Und siehe: Duftige, fast fettfreie Wolle, die sich brav zu kleinen Minischneebällchen kämmen lässt 🙂 Die Spitzen waren zwar weiterhin etwas verklebt, das ging aber mit den Wollkämmen gut raus.

Übrig geblieben sind nun tatsächlich – durch den Fettverlust und rigoroses Aussortieren – nur gut 200g der kleinen Wattewölkchen, die mir dafür aber extra gut gefallen.

Am gleichmäßigsten lässt sich die Wolle gekämmt und mit mittlerer Übersetzung verspinnen. Dann wird das Garn schön glatt, aber noch luftig und seeeehr elastisch. Zum Verstricken passt da Nadelstärke 4mm ganz gut.

3- und 2fach – beides schön.

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